Workshop Gitarreneffekte richtig Verkabeln

Effekte und Pedale in der Signalkette

In den vielen Jahren seit ich im MGS Effektpedale und Effektgeräte verkaufe und Pedalboards auf Kundenwunsch zusammenstelle tauchen bei Kunden oftmals die gleichen Fragen auf.

Wie muss ich meine Pedale richtig verkabeln?
Was kommt in der Signalkette zuerst?
Welche Kabel soll ich benutzen?
Welche Netzteile bringen genügend “Saft” für meine Pedale?”

Man kann sich sicher vorstellen, dass es für solche Fragen keine fix-fertigen Lösungen gibt denn für jeden Gitarristen gibt es einen individuellen Lösungsansatz. Jeder von uns hat eine andere Soundvorstellung und ist auf der Suche nach dem ultimativen Sound (ich übrigens auch … immer noch).

Aber es gibt einige Regeln die einem das Pedalboardleben auf der Bühne oder im Proberaum sehr erleichtern.

Die Signalkette

Grundsätzlich gilt: an erster Stelle in der Signalkette kommen alle klangformenden Effekte wie z. B. Wah-Wah, Compressor und Verzerrer. Danach kommen klangmodulierende Effekte wie Chorus, Flanger, Phaser, Tremolo. Und zuletzt in der Kette die zeitbasierten Effekte wie Delay (Echo) und Reverb (Hall).

Nehmen wir an, ihr benutzt einen 40W Röhrencombo mit einem Clean, Chrunch und/oder Lead-Kanal wie z. B. der Fender Hot Rod DeLuxe 1×12″ Combo, der sehr verbreitet ist und den ihr nur im Clean-Modus verwendet. Natürlich funktioniert das auch mit anderen Röhren- oder Transistorcombos im Clean-Channel.

Eine logische Reihenfolge (und erste Variante) wäre: Gitarre -> Tuner (falls vorhanden) -> Signal-Booster (falls nötig) -> Compressor -> Wah-Wah -> Volume Pedal (falls vorhanden und gewünscht) -> Overdrive & Distortion -> Pitch Shifter (falls vorhanden und gewünscht) -> Chorus/Flanger -> Tremolo -> Delay -> Reverb . Nnatürlich kann man auch den eingebauten, internen Hall des Amps verwenden.

Diese Reihenfolge hat sich als sehr praktikabel, flexibel und mit wenig Aufwand realisierbar herausgestellt und deckt 90% aller Bedürfnisse an Gitarrensounds ab. Wie gesagt: vorausgesetzt wir benutzen einen Verstärker mit einem tollen Clean-Sound.

Variante zwei

Die zweite Variante ist etwas komplexer aber auch sehr flexibel, denn sie ermöglicht die Nutzung der im Verstärker eingebauten Vorstufen-Sounds: Gitarre -> Tuner (falls vorhanden) -> Signal-Booster (falls nötig) -> Compressor -> Wah-Wah -> Volume Pedal (falls vorhanden und gewünscht) -> Overdrive & Distortion -> INPUT vom Amp.

Somit kann ich die Preamp-Sounds meines Amps und sie Verzerrer-Pedale nutzen um noch mehr Soundvielfalt zu haben. Das Vorstufensignal “zapfe” ich am “Send“ des Amps ab, sende es zu: Chorus/Flanger/Phaser -> Tremolo -> Delay -> Reverb -> und führe es danach dem “Return“ des Amps in die Endstufe zurück.

Dies ist die klanglich beste und absolut praxistaugliche Variante. Mann muss nur auf eventuelle Brummschlaufen, die durch eine Doppelerdung auftauchen können aufpassen. Aber dafür gibt es galvanische 1:1 Trenntrafos (z.B. von Lehle), die das Problem schnell in den Griff bekommen ohne den Sound zu verändern.

Hier gibt es bei den Verstärkern Unterschiede im Konstruktionsprinzip des Effektweges: seriell oder parallel die einen grossen Einfluss auf den endgültigen Klang haben. Lese den Blogbeitrag über Einschleifwege hier.

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